Stadt der Blinden

Wenn ich an hier ab und an mal einen Film lobe oder empfehle, dann erscheint es mir nur fair, auch mal einen Film ordentlich abzuwatschen.

“Blindness”, auf Deutsch ” Stadt der Blinden” ist so ein Film. Welch ein Quatsch! Mir ist völlig schleierhaft, wie Fernando Meirelles, der so wunderbare Filme wie “City of God” und “Der ewige Gärtner” inszeniert hat, einen solch schlechten Film produzieren konnte.

Ohne das gleichnamige Buch von José Saramago gelesen zu haben behaupte ich: Der Roman ist besser! Er muss besser sein, denn viel schlechter geht es nicht.

Dabei handelt es sich um eine durchaus spannende und vielversprechende Geschichte. Ein Mann wird überraschend blind und steckt nach und nach immer mehr Menschen an. Und gerade wenn der Film gut werden könnte wird er dumm. Die Betroffenen werden von den Behörden in eine ausgediente und abgewrackte Irrenanstalt gesteckt und dort mehr oder weniger sich selbst überlassen.

Ab und zu bekommen sie von den Wärtern Fresspakete in der Ausführung Nato-Notration, die die herrschende “Abteilung” dann gegen Sexdienstleistungen oder übrigen Schmuck nach eigener Willkür verteilt.
Und mittendrin die sehende Julianne Moore, die auf wundersame Weise von der globalen Epidemie verschont geblieben ist. Als einzig Sehende fühlt sie sich für alles und jeden verantwortlich, unternimmt doch nichts und stolpert mit den anderen Blinden durch die Anstalt und den Film.

Anarchie beginnt zu wüten und binnen kürzester Frist entwickelt sich ein apokalyptisches Grundszenario, in dem die Schauspieler wie Zombies munter weiter durch die verwüsteten Straßen ihres zerstörten Landes irren. Der Film verliert jegliche Ausrichtung und endet - wie kann es anders sein - mit der abrupten Wiedergenesung des zuerst Erblindeten.

Zu allem Überfluß ermüdet der ebenfalls Blinde Danny Glover beständig den Zuschauer mit seinen metaphysischen Weisheiten, die jedem Volkshochschulpsychologiestudenten das Wasser in die Augen treiben müssen.

Wie dieser Film das Prädikat “Wertvoll” erlangen konnte ist mir ein Rätsel.

Hier gilt: Lies mal wieder! Und wer’s spannend haben will liest Chemie des Todes oder Kalte Asche von Simon Beckett.

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