Die Kunst des Ron Mueck

Seit ich die Kunst von Ron Mueck zum ersten Malgesehen habe, hat sie mich fasziniert.
Mueck ist ein Vertreter des Hyperrealismus. Er übersteigert in seinen Plastiken die Realität, indem er überaus lebensechte Figuren in veränderten Größenverhältnissen oder grotesken Situationen darstellt und dabei den Betrachter unmittelbar mit diesen Szenen konfrontiert.
Ähnliches haben auch schon John de Andrea und Duane Hanson in ihren Arbeiten gemacht, in Sachen Detailgenauigkeit und Lebensechtheit sind Ron Muecks Plastiken jedoch unerreicht.
Muecks Plastiken sind faszinierend, verwirrend und provokant, gleichzeitig doch auch fragil, anmutig und schützenswert, wie beispielsweise seine Babyfiguren oder die überdimensionale Plastik “Boy”.
Kunst in dieser Form polarisiert sicherlich, das soll sie auch, allerdings grenzt sich diese Art deutlich ab von den Arbeiten, die ich beispielsweise aus Gunther von Hagens umstrittenen Dauerausstellungen “Körperwelten” kenne.
Die eine stellt realistisch dar und lässt dabei doch viel Raum für Interpretation, die andere ist eher was für Voyeuristen.
Die eine zieht aus und bleibt dabei doch voller Würde, die andere zieht das Fell über die Ohren.
Die eine muss man gesehen haben, die andere nicht.
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Kommentare
Ich weiß ja, dass der Herr von Hagens sehr umstritten ist. Allerdings kann man sich meiner Meinung nach darüber streiten, ob Körperwelten sehenswert ist oder nicht. Ich habe die erste Runde der Ausstellung in Mannheim gesehen, damals noch als Medizinstudentin, und war schon ziemlich davon beeindruckt - von der fachlichen Seite. Ich würde das aber auch nicht unter Kunst abheften, sondern unter medizinisch-anatomischen Studien, mit dem Versuch, humorvoll und einfallsreich zu sein. Und der Teil ist zugegebenermaßen nach hinten los gegangen.
Da kann ich Dir nur voll und ganz zustimmen. Lustigerweise habe ich auch die erste Runde der Ausstellung in Mannheim gesehen…und mich damals sogar 6 Stunden angestellt.
Fazit: Voyerismus befriedigt, denn es ist ja in der Tat beeindruckend, aber mit Kunst hat es wirklich nichts zu tun.
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